Praxis & Regeln
So ist ein deutsches Kfz-Kennzeichen aufgebaut
Ein gewöhnliches deutsches Kfz-Kennzeichen lässt sich von links nach rechts lesen: zuerst das Ortskürzel, dann Buchstaben und Zahlen. Am Beispiel B AB 1234 wird sichtbar, welche Teile zusammengehören und was Eurofeld und Plaketten zusätzlich aussagen.
- BUnterscheidungszeichen
- Das Ortskürzel; in diesem Beispiel Berlin.
- ABBuchstabenblock
- Der erste Teil der Erkennungsnummer.
- 1234Zahlenblock
- Der zweite Teil der Erkennungsnummer.
AB 1234 bildet zusammen die Erkennungsnummer. Die senkrechten Striche in der Erklärung markieren nur die Blockgrenzen; sie stehen nicht auf dem Schild.
Digitale Illustration der Zeichenkombination, kein amtliches Kennzeichenschild.Ortskürzel und Erkennungsnummer
Amtlich besteht das Kennzeichen aus zwei Teilen: dem Unterscheidungszeichen mit einem bis drei Buchstaben und der fahrzeugbezogenen Erkennungsnummer. Das Unterscheidungszeichen wird im Alltag meist Ortskürzel genannt. Es steht für einen Verwaltungsbezirk; sein Name muss nicht mit dem heutigen Namen dieses Bezirks übereinstimmen.
Bei regulären Kennzeichen enthält die Erkennungsnummer einen oder zwei Buchstaben und eine Zahl von 1 bis 9999. Umlaute gehören nicht zu diesem Buchstabenblock. AB 1234 ist also eine Erkennungsnummer mit zwei Buchstaben und vier Ziffern – nicht ein eigenes Ortskürzel mit einer angehängten Zahl.
Eurofeld, Zulassungsplakette und HU-Plakette
Links sitzt das blaue Eurofeld mit dem europäischen Sternenkranz und dem D für Deutschland. Es kennzeichnet den Zulassungsstaat. Das D gehört weder zum Ortskürzel noch zur Erkennungsnummer.
Die Stempelplakette, oft Zulassungsplakette genannt, trägt unter anderem das Landeswappen und die Bezeichnung der Zulassungsbehörde. Beim gewöhnlichen Pkw sitzt sie auf dem vorderen und hinteren Schild zwischen Ortskürzel und Erkennungsnummer. Auf dem hinteren Schild befindet sich darüber die HU-Plakette.
Die HU-Plakette zeigt, wann die nächste Hauptuntersuchung fällig ist: Die oben stehende Zahl bezeichnet den Monat, die Zahl in der Mitte das Jahr. Sie ist von der Zulassungsplakette zu unterscheiden. Eurofeld und Plaketten zählen nicht als Buchstaben oder Ziffern der Kombination.
Wie viele Zeichen sind möglich?
Für das allgemeine Kennzeichen sind höchstens acht Stellen aus Ortskürzel, Buchstabenblock und Zahlenblock zusammen vorgesehen. Leerabstände und Plaketten zählen dabei nicht mit. B AB 1234 kommt auf sieben Stellen: ein Buchstabe, zwei Buchstaben und vier Ziffern.
Je länger das Ortskürzel, desto weniger Stellen bleiben innerhalb dieser Obergrenze für die Erkennungsnummer. Die folgenden Beispiele zeigen die Rechnung für gewöhnliche Kennzeichen ohne Zusatz. Sie sind keine Auskunft darüber, welche Kombination eine Behörde tatsächlich zuteilt.
| Ortskürzel | Beispiel | Gesamtzahl der Stellen |
|---|---|---|
| B · einstellig | B AB 1234 | 1 + 2 + 4 = 7 |
| HH · zweistellig | HH AB 1234 | 2 + 2 + 4 = 8 |
| HRO · dreistellig | HRO AB 123 | 3 + 2 + 3 = 8 |
Saison, E, H und Wechselkennzeichen
Saisonkennzeichen ergänzen rechts einen Betriebszeitraum. Die obere Monatszahl nennt den Beginn, die untere das Ende: 04 über 10 bedeutet April bis einschließlich Oktober. Der Zeitraum umfasst zwei bis elf volle Monate. Außerhalb dieser Zeit darf das Fahrzeug grundsätzlich nicht auf öffentlichen Straßen gefahren oder abgestellt werden.
Ein E-Kennzeichen trägt den amtlichen Zusatz E hinter der Erkennungsnummer. Es wird auf Antrag für elektrisch betriebene Fahrzeuge zugeteilt, welche die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Das E ist kein dritter Buchstabe im Buchstabenblock.
Beim H-Kennzeichen steht H ebenfalls hinter der Erkennungsnummer. Es kennzeichnet ein amtlich als Oldtimer zugelassenes Fahrzeug; für die Zuteilung ist ein Gutachten nach § 23 StVZO erforderlich. Das H ist also mehr als ein frei gewählter Buchstabe.
Für diese Formen gelten eigene Platzgrenzen: Beim einzeiligen H- oder E-Kennzeichen bleiben höchstens sieben Stellen vor dem Zusatz. Beim einzeiligen Saisonkennzeichen sind höchstens sieben Stellen aus Ortskürzel und Erkennungsnummer vorgesehen. Für Kombinationen von Zusätzen sowie andere Schildformate enthält Anlage 4 FZV gesonderte Vorgaben.
Wechselkennzeichen bestehen aus einem gemeinsamen und einem fahrzeugbezogenen Teil. Der gemeinsame Teil enthält das Ortskürzel und die Erkennungsnummer bis auf ihre letzte Ziffer. Diese letzte Ziffer bleibt am jeweiligen Fahrzeug. Der gemeinsame Teil wird gewechselt; das vollständige Kennzeichen darf jeweils nur an einem der beiden Fahrzeuge geführt werden.
Was davon analysiert KennzeichenIndex?
KennzeichenIndex bewertet die Zeichenkombination, nicht das geprägte Schild, seine Plaketten oder das Fahrzeug. Die Analyse betrachtet unter anderem Ortskürzel, Buchstaben, Zahlenstruktur, Kürze, Lesbarkeit, Bedeutung und modellbezogene Zusammenhänge. So kann GT 3 als Fahrzeugbezug lesbar sein, während 1234 vor allem eine aufsteigende Zahlenfolge bildet.
Der eigene KennzeichenIndex-Datensatz enthält 716 Ortskürzel mit Gebietszuordnung. Das ist der Umfang unseres Verzeichnisses, keine amtliche Zusage zur aktuellen Vergabe jeder Kombination. H- und E-Zusätze lassen sich in der Suche anzeigen; sie werden im Modell derzeit nicht gesondert bewertet.
Wer eine konkrete Kombination bewerten möchte, kann sie im KennzeichenIndex prüfen.